Weine

grattecul pissenlit marosette

An der Generalversammlung 2009 wurden Etikettenentwürfe von Mercurius Weisenstein und Dierk Matthäus vorgestellt und erläutert. Diese wurden zwar kontrovers diskutiert – es ist nicht gerade einfach, den Geschmack von achtzig Genossenschaftern zu treffen – aber schliesslich wurde doch ein Konsens dafür gefunden. Die Verwaltung hat daher beschlossen, die vorgelegten Entwürfe für die Etikettierung unserer Weine zu verwenden.

Erläuterungen zu den Etiketten

In der Regel wird je ein Weisswein (pissenlit) und Rotwein (grattecul) hergestellt und aus den vorhandenen Sorten assembliert, die jeweils sich gut ergänzende Charaktereigenschaften mitbringen. Je nach Bedingungen wird auch mal ein Rosé (marosette) hergestellt, was jedoch nur geht, wenn die Trauben unmittelbar nach der Ernte abgepresst werden, da bei Piwi-Sorten der Traubenmost bereits relativ stark rot eingefärbt ist vor dem Einmaischen. Dies wurde erst einmal, nämlich 2016 praktiziert.

Eine getrennte Vinifizierung der Sorten, die Herstellung eines Süssweins (lunedemiel) oder die partielle Barriquierung des Rotweins wird bei grösseren Erntemengen ins Auge gefasst. Letzteres ist 2014 erstmals praktiziert worden.



Ernte 9 (2017)

Die Frostnächte im April sorgten für einen Totalausfall aller frisch ausgetriebenen Blätter und Gescheine und wir mussten uns auf ein ertragloses Jahr einstellen. Dann erfolgte rund ein Monat später ein Neuaustrieb der Nebenaugen, der wider Erwarten nicht nur neue Blätter, sondern auch zahlreiche neue Gescheine brachte. Der südlich geprägte Sommer verwandelte den frostbedingten grossen Vegetationsrückstand in einen Vorsprung. Der zuerst heisse, dann kühlere und weitgehend schöne Herbst liess die Trauben gut reifen. Die Ernte konnte unter idealen Verhältnissen durchgeführt werden. Fäulnis und KEF stellten keine Probleme dar, lediglich der Wespen- und Bienenfrass reduzierte den eh schon geringen Ertrag weiter. Die Erntemenge lag bei rund einem Drittel des möglichen Ertrages, die Qualität ist aber sehr gut.

Erntemenge: rot: 438 kg, weiss 180 kg, total 618 kg.
Die Ernteergebnisse:
  • Solaris: 22 kg à 105° Oe, geerntet ca. am 15.9.2017
  • Johanniter: 158 kg à 92° Oe, geerntet am 23.9.2017
  • Cabernet Jura 5.01: 96 kg à 86° Oe, geerntet am 27.9.2017
  • VB91-26-27: 115 kg à 89° Oe, geerntet am 27.9.2017
  • Cabernet Jura 5.02: 227 kg à 93° Oe, geerntet am 5.10.2017



Ernte 8 (2016)

Das Rebjahr 2016 war in verschiedenen Belangen sehr schwierig. Der feuchte Frühling und Frühsommer führten zu einem enormen, arbeitsintensiven Wachstum des Laubs und des Grases und zu massivem Mehltaubefall. Der Mehltau setzte vor allen den Sorten VB-91-26-27 und Johanniter zu. Die Sorten Solaris und Cabernet-Jura haben sich dagegen als resistent erwiesen, erstere haben nur wegen Verrieselung Einbussen erfahren und wegen hungrigen Amseln. Der schöne Spätsommer liess wieder etwas Rückstand aufholen. Während der Erntezeit war das Wetter aber wieder ziemlich durchzogen und sorgte für eine frühere Verfärbung der CabernetJura-Blätter und deshalb für nicht gerade berauschende Zuckergehalte. Der starke Frost in der zweiten Oktoberwoche gab vielen Blättern den Rest, sodass geerntet werden musste. Die Erträge sind etwas höher als letztes Jahr und bewegen sich in unserem Durchschnitt.

Erntemenge: rot: 992 kg, weiss 200 kg, total 1192 kg.
Die Ernteergebnisse:
  • Solaris: 11 kg à 94° Oe, geerntet ca. am 10.9.2016
  • Cabernet Jura 5.02: 487 kg à 83° Oe, geerntet am 15.10.2016
  • Cabernet Jura 5.01: 390 kg à 80° Oe, geerntet am 15.10.2016
  • Johanniter: 189 kg à 87° Oe, geerntet am 8.10.2016
  • VB91-26-27: 115 kg à 86° Oe, geerntet am 8.10.2016



Ernte 7 (2015)

Der heisse Sommer brachte viel Mehrarbeit: Die Reben, besonders der frisch gepflanzte Divico mussten häufig gewässert werden. Auch der Herbst zeigte sich von ein paar nassen Tagen abgesehen von der schönen Seite. So fiel die Qualität des Traubenguts sehr gut aus, was auch die einheimischen Wespen merkten, nicht jedoch die japanischen Kirschessigfliegen. Bei allen Sorten wurden 90° Oechsle oder mehr erreicht, die Gesamtsäure ist tief, der Reifeindex insgesamt deutlich höher als im Vorjahr. Aufgrund der Hitze entstanden nur kleine Traubenbeeren, die Erntemenge fiel damit um ca. 1/4 kleiner aus als im Vorjahr.

Erntemenge: rot: 820 kg, weiss 301 kg, total 1121 kg.
Die Ernteergebnisse:
  • Solaris: 53 kg à 104° Oe, geerntet am 12.9.2015
  • Cabernet Jura 5.02: 376 kg à 91° Oe, geerntet am 19.9.2015
  • Cabernet Jura 5.01: 287 kg à 92° Oe, geerntet am 19.9.2015
  • Johanniter: 248 kg à 91° Oe, geerntet am 26.9.2015
  • VB91-26-27: 157 kg à 90° Oe, geerntet am 26.9.2015



Ernte 6 (2014)

Fazit des Jahres mit dem abwesenden Sommer: Trotz der Nässe, welche uns wegen des Befallsdrucks für Pilzkrankheiten zu schaffen gemacht hat, ist mit der vorhandene Wärme und vor allem dem schönen Herbst eine erfreulich gute Ernte möglich geworden. Mitgeholfen hat auch die Kirschessigfliege, welche Reichenbach offensichtlich grossräumig umflogen hat. Nur einzelne Stöcke des Cabernet Jura 5.01 und des VB waren betroffen. Wegen der Bedrohung durch das Suzukiischwert haben wir frühzeitig geerntet. Die Möglichkeit, die 90° Oe-Grenze deutlich zu überspringen, wäre bei 14 Tage späterer Lese zwar gegeben gewesen, allerdings zum möglichen Preis eines erheblichen Ernteausfalls. Die Zucker- und Säurewerte sind aber ordentlich.

Erntemenge: rot: 1110 kg, weiss 379 kg, total 1489 kg.
Die Ernteergebnisse:
  • Solaris: 46 kg à 106° Oe, geerntet am 23.9.2014
  • Cabernet Jura 5.02: 485 kg à 93° Oe, geerntet am 4.10.2014
  • Cabernet Jura 5.01: 494 kg à 84° Oe, geerntet am 4.10.2014
  • Johanniter: 333 kg à 86° Oe, geerntet am 10.10.2014
  • VB91-26-27: 131 kg à 87° Oe, geerntet am 10.10.2014



Ernte 5 (2013)

Das Rebjahr startete mit einem kaltnassen Frühling, der zwei Wochen Verspätung in den Fahrplan brachte und bei den weissen Sorten zu einer Verrieselung führte. Die Verspätung konnte dank dem heissen Sommer noch etwas wettgemacht werden. Im Oktober haben wir die Nerven behalten und damit zwar nur wenig zusätzliche Oechsle, aber eine gute Reife erreicht. Insbesondere beim Cabernet-Jura 5.02 wurde der Ertrag durch Graufäule ein wenig geschmälert. Die vorher mit VB-91-26-27 bepflanzte und neu mit Johanniter bestockte Reihe 9 lieferte natürlich keinen Ertrag.

Erntemenge: rot: 904 kg, weiss 223 kg, total 1127 kg.
Die Ernteergebnisse:
  • Solaris: 14 kg à 105° Oe, geerntet am 9.10.2013
  • Cabernet Jura 5.02: 422 kg à 86° Oe, geerntet am 25.10.2013
  • Johanniter: 209 kg à 86° Oe, geerntet am 25.10.2013
  • Cabernet Jura 5.01: 321 kg à 83° Oe, geerntet am 26.10.2013
  • VB91-26-27: 161 kg à 80° Oe, geerntet am 26.10.2013



Ernte 4 (2012)

Das Wetter im Jahr 2012 war eher schwierig. Der Start war zwar gut. Der Juli und der Herbst aber waren von langen Schlechtwetterphasen geprägt. Nur der August war heiss und trocken. Ein längeres Schönwetterfenster in der zweiten Oktoberhälfte half aber, das Traubengut noch anständig ausreifen zu lassen.

Die Erntemenge war mit 1012 leicht unterhalb derjenigen von 2011, durch das längere Warten entstanden vor allem bei den spät geernteten roten Sorten punktuell Ausfälle durch Graufäule.

Erntemenge: rot: 714 kg, weiss 298 kg, total 1012 kg.
Die Ernteergebnisse:
  • Solaris: 17 kg à 89° Oe, wegen massivem Wespenfrass bereits geerntet am 27.9.2012. Eingefroren und halb aufgetaut gepresst am 6. Oktober bei 129° Oe (8.5 l)
  • Cabernet Jura 5.02: 331 kg à 90° Oe, geerntet am 13.10.2012
  • Johanniter: 281 kg à 85° Oe, geerntet am 25.10.2012
  • Cabernet Jura 5.01: 305 kg à 86° Oe, geerntet am 25.10.2012
  • VB91-26-27: 56 kg à 80° Oe, geerntet am 25.10.2012
  • Unbekannte Sorte (in den Reihen des VB91-26-27): 22 kg à 75° Oe, geerntet am 25.10.2012



Ernte 3 (2011)

Im Jahr 2011 haben wir erstmals über eine Tonne Trauben gelesen. Wir haben qualitativ gutes Traubengut gelesen. Das schöne Herbstwetter führte zu guten Oechslewerten und sehr tiefer Gesamtsäure und damit zu einem sehr hohen Reifefaktor.

Erntemenge: rot: 766 kg, weiss 317 kg, total 1083 kg.
Die Ernteergebnisse:
  • Solaris: 49 kg à 107° Oe, geerntet am 16.9.2011
  • Cabernet Jura 5.02: 316 kg à 96° Oe, geerntet am 24.9.2011
  • Johanniter: 268 kg à 83° Oe, geerntet am 1.10.2011
  • Cabernet Jura 5.01: 287 kg à 88° Oe, geerntet am 1.10.2011
  • VB91-26-27: 163 kg à 89° Oe, geerntet am 5.10.2011



Ernte 2 (2010)

Diese Ernte war vom Hagelzug am Nationalfeiertag geprägt: Der potentielle Ertrag wurde durch diesen um zwei Drittel reduziert. Der verbleibende Rest hatte Mühe zu reifen, was durch das durchzogene Spätsommer- und Herbstwetter nicht vereinfacht wurde. Die Ernte war entsprechend spät und sehr zeitraubend. Der Ertrag entspricht fast genau demjenigen des Vorjahres. Die sehr sorgfältig durchgeführte Lese führte aber zu einer für die Verhältnisse guten Qualität.

Erntemenge: rot: 228 kg, weiss 103 kg, total 331 kg.
Die Ernteergebnisse:
  • Solaris: 0 kg - der frühreife Restbestand wurde zum Clos des Guèpes verarbeitet
  • Johanniter: 103 kg à 90° Oe, geerntet am 9.10.2010
  • Cabernet Jura: 189 kg à 88° Oe, geerntet am 15.10.2010
  • VB91-26-27: 39 kg à 87° Oe, geerntet am 22.10.2010
Die roten Sorten werden voraussichtlich zusammen vinifiziert.



Ernte 1 (2009)

Die erste richtige Ernte war bereits hochpotent mit ansehnlichen Erträgen. Das Traubengut war dem Wetter entsprechend gesund und reif, die Erträge gegenüber der letzten Schätzung etwas tiefer. Nur der Johanniter überraschte uns mit einem grössen Ausfall wegen Fäulnis und Essigstich.

Erntemenge: rot: 207 kg, weiss 117 kg, total 324 kg.
Die Ernteergebnisse:
  • Solaris: 36 kg à 101° Oe, geerntet am 18.9.2009
  • Johanniter: 81 kg à 88° Oe, geerntet am 29.9.2009
  • Cabernet Jura: 175 kg à 99° Oe, geerntet am 3.10.2009
  • VB91-26-27: 32 kg à 92° Oe, geerntet am 3.10.2009
Die weissen und roten Sorten werden jeweils zusammen vinifiziert. Der Solaris wurde wegen der wesentlich früheren Ernte vorübergehend eingefroren.



Ernte 0 (2008)

Bereits im zweiten Jahr sind unsere Reben prächtig gediehen und haben ersten Ertrag geliefert. Noch keine australischen Mengen, aber doch knapp so viel und mit schon so guter Qualität, dass sich eine erste Mini-Ernte lohnt:

Erntemenge: rot: 26 kg, weiss 15 kg, total 41 kg.
Die Ernteergebnisse:
  • Solaris: 1,4 kg à 114° Oe
  • Johanniter: 14 kg à 88° Oe
  • Cabernet Jura: 22 kg à 92° Oe
  • VB91-26-27: 4 kg à 87° Oe
Die weissen, in der Menge etwas allzu bescheiden, werden dieses Jahr dem "blanc de trois" des Clos de l’Albedonie von Mercurius Weisenstein beigefügt. Im Gegenzug erhalten wir von ihm einen Anteil Regent aus dem Clos de l’Albedonie, mit welchem wir den roten auf die Menge einer Standflasche (25l) aufstocken können. Die drei roten Sorten werden gemeinsam vergoren.