Die Tröpfchenbewässerung ist eine Wohltat


Die Erweiterung der Bewässerungsanlage macht das zeitaufwändige Wässern mit dem Schlauch, der mühselig durch den halben Rebberg gezogen werden muss, überflüssig. Und noch besser: Das Tropfen aus den neuinstallierten Wasserschläuchen hat einen willkommenen Nebeneffekt.

Es handelte sich um eine orchestrierte Aktion: Bereits im Spätherbst 2025 informierten Christine Dällenbach, Beat Scherrer und Felix Fischer über die geplante Erweiterung der Bewässerungsanlage und riefen zur Mitarbeit auf.

7. März 2026: Baustart

Der Aufruf hatte Erfolg: Über ein Dutzend Helfer und zwei Helferinnen meldeten sich – dies obwohl angekündigt worden war, dass sich die Arbeiten über einen längeren Zeitraum hinziehen würden und obwohl die Helferinnen und Helfer gebeten waren, sich für mehrer Einsätze zu «verpflichten».

Graben, Graben, Graben: Zunächst mussten die Zuleitungen verlegt werden.

Gestartet wurde am 7. März 2026. Für die Ausführung am Berg waren Michu Hofstetter und Damiano Monni zuständig. Zwei erfahren Berufsleute, die ihr Fachwissen optimal in dieses Projekt einbringen konnten.

In mehreren Etappen wurde die Bewässerungsanlage, die sich vorher nur über ca. einen Drittel der Fläche erstreckt hatte, auf den gesamten Rebberg ausgedehnt: Zunächst mussten die neuen Zuleitungen in den Boden verlegt werden und die Drähte für die Aufhängung der zusätzlichen Tropfschläuche eingezogen werden.

2. Mai 2026: Wichtiges Etappenziel erreicht

Knapp zwei Monate später wurde in einem Zwischenbericht festgehalten, dass der Bautrupp gut vorankommt: «Am letzten Samstag konnten in einem Kraftakt die letzte Steigleitung im unteren Teil verlegt und die Anschlüsse zu den neu zu bewässernden Reihen hergerichtet sowie die offenen Gräben wieder eingedeckt werden.» Die Pflanzenschutzgruppe konnte an der oberen Zapfstelle wieder Wasser für die Mischung der Brühe beziehen.

Anschliessend wurden die Tropfschläuche am dafür vorgesehenen Aufhängedraht der betroffenen Rebreihen angebracht. Damit das Wässerwasser auch bis in die höchsten Reihen gelangen kann, wurde der Rebberg in vier Sektoren aufgeteilt: A, B, C und D. Jeder dieser Sektoren lässt sich separat oder kombiniert ansteuern. Beim Brunnen unten in der Nähe des Rebhäuschen wurde dafür ein zentraler Verteiler installiert.

Der Verteiler: Die verschiedenen Bereiche des Rebbergs lassen sich separat bewässern.

Beendet wurden die Arbeiten am 6. Juni 2026 – nach insgesamt elf Einsätzen, bei denen jeweils drei bis sechs Personen zupackten und dabei

  • 1400 m Draht einzogen,
  • 250 m PE (Polyethylen) Rohre im Boden verlegten,
  • 1200 m Tropfschläuche einzogen und anschlossen,
  • 1500 Stück Schlauchaufhänger montierten.

30. Mai 2026: Unangekündigte Premiere

Wer eine Woche davor, am 30. Mai 2026, im Rebberg am Auslauben und Einschlaufen war, durfte einer unangekündigten Premiere beiwohnen: Plötzlich begann es aus den neuinstallierten Wasserschläuchen zu tropfen! Eine kurzzeitige Inbetriebnahme eines Teils der neu angeschlossenen Rebreihen zeigte, dass die Anlage wie erhofft funktioniert.

Willkommener Nebeneffekt für die zufällig Anwesenden: In der aufkommenden Hitze des Vormittags sorgte das stete Tropfen für eine angenehme Erfrischung!

Weitere Vorzüge der Tröpfchenbewässerung

Ein Tropfsystem umgeht die oberirdischen Teile der Reben und führt das Wasser als einzelne Tropfen unmittelbar dem Erdreich mit den Wurzeln zu. Der Tropfschlauch wird dafür unterhalb der empfindlichen Triebe an einem speziell dafür vorgesehenen Draht befestigt.

Da Blätter und Trauben trocken bleiben, werden nachteilige Auswirkungen wie etwa Fäulnis und anderen Krankheiten vermieden. Die Tröpfchenbewässerung verhindert zudem, dass ein Teil des Wassers ungenutzt abfliesst und Erde wegschwemmt.

Mit der Microbewässerung über einen Tropfschlauch lassen sich die Reben zudem gleichmässig und genau nach Bedarf mit der nötigen Feuchtigkeit versorgen. Sowohl Stress durch Überbewässerung, als auch Schwächungen durch zu lange Trockenphasen können so gezielt vermieden werden.

Quelle: Tröpfchenbewässerung im Weinbau