Die Rebbaugenossenschaft Reichenbach hat sich viel vorgenommen: Die an der GV im März 2026 verabschiedete «Strategie 2030» umfasst mehrere Stossrichtungen und Ziele. Wer teilgenommen hat, kann sich sicherlich erinnern, dass in der Diskussion Zweifel geäussert wurden, ob eine Umsetzung innert der angegebnen Zeit überhaupt möglich und stemmbar sei.
Umsetzung aufgegleist
Präsident Werner Rieke wies damals darauf hin, dass die Projektgruppe «RGR 2030» neben der Strategie auch einen Umsetzungsvorschlag mit Zeitplan erarbeitet hat. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es der Verwaltung mit Hilfe dieses Vorschlags und mit der Unterstützung weiterer Genossenschafterinnen und Genossenschafter gelingen wird, die Neuausrichtung bis spätestens 2030 zu realisieren.
In einem ersten Schritt hat die Verwaltung an der Sitzung vom letzten April die Umsetzung aufgegleist. Dabei hat sie eine Priorisierung vorgenommen:
- Erste Priorität hat die Stossrichtung Geschäftsmodell: Vize Tobias Gujer wurde damit betraut, das Thema an die Hand zu nehmen.
- Zweite Priorität hat das Thema AKV (Aufgaben, Kompetenzen und Verwantwortung): Zunächst sollen hier die Befugnisse der Betriebsgruppenleitenden geklärt werden, anschliessend die der Verwaltung.
- Die weiteren Stossrichtungen (Produkt und Wissensmanagement) wurden vorerst zurückgestellt.
Knifflige Aufgabe
Anfang Juni hat die Verwaltung eine erste Zwischenbilanz vorgenommen. Tobias Gujer hat dabei Einblick in die bisherigen Überlegungen zum Geschäftsmodell gegeben. Klar wurde, dass es sich um eine knifflige Aufgabe handelt.
Neben den Erträgen durch Anteilscheine und Weinverkäufe braucht es weitere Einnahmenquellen,
insbesondere mit Blick auf die stark gestiegenen
verrechenbaren Arbeitsstunden im Berg und Keller.
Gemäss «Strategie 2030» besteht das Ziel darin, die finanzielle Stabilität und Liquidität der Genossenschaft sicherzustellen, und zwar, in dem ein nachhaltiges Finanzkonzept erstellt wird, das mehrere Säulen umfasst. Mit anderen Worten: Neben den Erträgen durch Anteilscheine und Weinverkäufe braucht es weitere Einnahmenquellen, insbesondere mit Blick auf die stark gestiegenen verrechenbaren Arbeitsstunden im Berg und Keller.
Umfrage zum Weinkonsum
Wie Tobias Gujer ausführte, ist vieles denkbar; die Frage ist aber, was zur RGR passt und bei allen Mitgliedern Akzeptanz findet. Er hat deshalb vorgeschlagen, erst mal zu klären, wie es um den Posten «Weinverkauf» steht, und dazu eine Umfrage angeregt: Wie schmeckt den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern der eigene Wein? Wie sehen die persönlichen Präferenzen aus? Wie hat sich das Trinkverhalten verändert? Etc.
Die Umfrage soll zeigen, wie viel und welcher Wein künftig für den Verkauf an Dritte zur Verfügung steht und wie viel für den Eigenkonsum reserviert sein muss. An den Daten ist auch der Keller sehr interessiert.
Die Verwaltung hat grünes Licht gegeben.


